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Vergrößerung  Puppenstube
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Vergrößerung  Kaffeeservice »Reform«
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Vergrößerung  Lavabo (Wasserbehälter)
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Vergrößerung  Oberberghauptmann

Mit der Gründung des Museums im Jahre 1914 fanden die seit langer Zeit bewahrten kulturhistorischen Sammlungen des Zwickauer Altertumsvereins, des Zwickauer Rates und der Ratsschulbibliothek ihre neue Heimstatt.

Sie legten den Grundstock für unsere heutigen Bestände
u.a. an historischen Zinn- und Glasgegenständen, Möbeln, Gefäßen aus Keramik, Münzen, Medaillen, volkskundlichen Objekten und Textilen. Seither haben diese Sammlungen beachtliche Erweiterungen erfahren, aber auch neue Sammlungsgebiete sind hinzugekommen wie etwa die Erzeugnisse der ehemaligen Zwickauer Porzellanfabriken.

Porzellansammlung

Die Stätten der einheimischen Porzellanherstellung waren
die Unternehmen von Christian Fischer (1845-1895) und Friedrich Kaestner (1883-1971) sowie der Zwickauer Porzellanfabrik (1885-1927). Von diesen drei Zwickauer Firmen hatte die Oberhohndorfer Fabrik Friedrich Kaestner den größten Erfolg und längsten Bestand.

Einen Höhepunkt in der Entwicklung des Kaestner-Porzellans bildete die Einführung der weltberühmten Kopenhagener Unterglasurmalerei mit ihrer völlig neuen naturbezogenen Auffassung in der Farb- und Motivgestaltung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bei ‚Kaestner’ kam es nicht nur zu einer Nachahmung dieses neuen Malstiles, sondern man gestaltete das Porzellan nach intensiven Naturstudien mit eigenen Tierdarstellungen, Blumen-, Landschafts- und Jagdmotiven.

Von besonderer Bedeutung für die Firma war die Zusammen-
arbeit in den 1920er und 1930er Jahren mit dem Bunzlauer Formengestalter Professor Artur Hennig. Mit Hennigs avant-
gardistischen Geschirrentwürfen erreichte die Fabrik ihren künstlerischen Höhepunkt und gehörte zu dieser Zeit deutschlandweit zu den innovativsten Porzellanfabriken überhaupt.

Die Städtischen Museen Zwickau haben besonders in den letzten Jahren eine gut ausgestattete Formensammlung zusammengetragen, welche die Produktion der einheimi-
schen Porzellanfabriken, insbesondere der von Friedrich Kaestner gut dokumentiert.

Zinnsammlung

Die Sammlung an historischen Zinngegenständen des
16. bis 19. Jahrhunderts stammt überwiegend aus sächsi-
schen Werkstätten, darunter befinden sich sehr gute Arbeiten von Zwickauer Meistern. Zu den kostbarsten Stücken gehört ein ‚Lavabo’, ein Wasserbehälter, geschaffen von dem Zinngießer Paul Hermann.

Repräsentations- und Zeremoniegegenstände aus Zinn für Innungen, liturgisches Gerät für Kirchen, aber auch einfaches Gebrauchszinn sowie Erinnerungsstücke und Ziergegen-
stände für die bürgerliche Wohnkultur umfassen die musealen Bestände.

Zu den typisch sächsischen Erscheinungen gehören Berg-
mannsleuchter, die meist paarweise ausgeführt wurden.
Das Museum verfügt über eine bemerkenswerte Sammlung an Bergmannsfiguren, die in der ersten Hälfte des 19. Jahr-
hunderts von sächsischen Zinngießern gefertigt wurden.

„Spitzner“ Sammlung

Die wertvolle bergbauliche Sammlung des Dresdener Ober-
regierungsrates (i.R.) Karl Spitzner wurde 1938 nach lang-
wierigen Verhandlungen für das Museum erworben. Die Sammlung umfasst kostbares Kulturgut zur Geschichte des Bergbaus wie Bergbarten, Steigerhäckchen und Blenden mit gravierten Beineinlagen, Froschlampen vor allem aus dem 16. Jahrhundert, Münzen, Bergmannsfiguren aus Zinn, Porzellan, Kupfer, Gusseisen und Holz, Gläser mit Emaille-
malerei sowie Kupferstiche, Aquarelle, Lithographien und Handzeichnungen. Zu den erworbenen Stücken gehört auch eine Porzellanbüste, die den Mineralogen und Geologen der Bergakademie Freiberg und den Begründer der Geologie als selbständige Wissenschaft, Abraham Gottlob Werner (1750 - 1817), darstellt. Die aus Elfenbein geschnitzten und gedrech-
selten Gefäße und Bergmannsfiguren aus dem 18. und 19. Jahrhundert gehören zu den bedeutendsten Stücken in der Sammlung.

Nach Voranmeldung kann das Schaudepot der kulturhistorischen Sammlung besichtigt werden.