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Raum I – Das Barock-Zeitalter. Europäische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts

Landschaften, Seestücke, Genrebilder und Porträts vorwie-
gend der niederländischen Kunst des 17. und 18. Jahrhun-
derts u.a. mit Werken von Abraham Brueghel, Gillis Coninxloo, Jan van Goyen und Simon de Vlieger eröffnen den Rundgang durch die Schausammlung. Aber auch italienische, französi-
sche und deutsche Malerei, die wie die niederländischen Werke aus der Stiftung des Dresdener Kunsthistorikers Walter Hentschel stammen, sind hier zu sehen und geben
an ausgewählten Beispielen einen Einblick in die Verschie-
denartigkeit der europäischen Kunst des Barock-Zeitalters.

Raum II – Klassizismus und Romantik. Die Kunst um 1800

Der zweite Raum ist der deutschen, insbesondere der Dres-
dener Kunst um 1800 gewidmet. Hier sind Gemälde von Künstlern des Klassizismus wie Daniel Caffe oder Heinrich Füger zu sehen. Die Dresdener Romantik ist mit Werken von Johann Christian Klengel, Johan Christian Clausen Dahl und Carl Christian Vogel von Vogelstein vertreten.

Für die deutsche Kunstentwicklung um 1800 spielte in Sach-
sen nicht nur Dresden eine Rolle, auch kleinere Grafschaften waren von Bedeutung, wie etwa das kulturelle Leben auf dem Schloss des Grafen zu Solms-Wildenfels. Hier war der Kunst-
maler und Vater von Vogel von Vogelstein, Christian Lebe-
recht Vogel, für die künstlerische Bildung und Erziehung der gräflichen Familie verantwortlich – ganz im Sinne der Ideale der Aufklärung. Teile der ehemaligen Sammlung der Grafen zu Solms-Wildenfels befinden sich heute in den Zwickauer Kunstsammlungen.

Raum III – Das 19. Jahrhundert. Spätromantik, Gründerzeit und der Aufbruch in die Moderne mit Impressionismus und Jugendstil

Die Entwicklung der deutschen und sächsischen Malerei zwischen Spätromantik, Realismus und beginnender Moder-
ne ist im dritten Raum zu verfolgen. Den Auftakt bilden die kleinformatigen Landschaftsdarstellungen der Spätroman-
tiker Bernhard und Meno Mühlig.

Gemälde der dem Impressionismus und Jugendstil naheste-
henden Professoren der Dresdener Kunstakademie, die noch vor Museumsgründung für eine städtische Sammlung erwor-
ben wurden, bestimmen den Raum.

Einflüsse des Pariser Impressionismus gelangten durch Gotthardt Kuehl, der zehn Jahre in Paris studierte, nach Dresden. 1895 erhielt er die Berufung zum Professor an die Akademie und bald wurden diese impressionistischen Ele-
mente zur Eigenart der Dresdener Malerei, wie sie Ferdinand Dorsch, Eugen Bracht und Carl Bantzer pflegten.

Die Maler des deutschen Impressionismus, zu denen auch Max Liebermann und Lesser Ury zählen, übernahmen nicht formal den französischen Impressionismus, sondern verban-
den die Errungenschaften des Naturalismus und Realismus des 19. Jahrhunderts mit den neuen Zielen der Freiluftma-
lerei der Franzosen.

Der Jugendstil richtete sich ebenfalls gegen den Historismus und dessen Übernahme von Formen vergangener Stilepo-
chen (Neogotik, Neorenaissance), vor allem in der Architektur und im Kunsthandwerk. Oskar Zwintscher, auch Professor in Dresden, vertritt hier mit seinem Bild „Grüne Landschaft“ die-
sen Stil mit den typischen dekorativ-stilisierten Naturele-
menten.

Raum V – Max Pechstein, Expressionismus und Neue Sachlichkeit

In den 20er Jahren hat der erste Museumsdirektor Hilde-
brand Gurlitt versucht, den Gemäldebestand des Hauses
mit Werken der Moderne zu erweitern. Max Pechstein, Otto Griebel, Bernhard Kretschmar, Wilhelm Lachnit oder Otto Hettner bestimmen noch heute den Ausstellungsraum zu Expressionismus und Neuer Sachlichkeit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im Mittelpunkt steht hier selbstverständlich das Schaffen
des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein (1881-1955) als ein impulsgebendes Mitglied der in Dresden 1905 von Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff gegründeten Künstlergruppe „Brücke“.

Die Malerei Pechsteins ist hier in ihren verschiedenen Schaffensphasen zu verfolgen.

Die frühe Arbeit Pechsteins „o.T. (Kultur)“ aus dem Jahr 1905 zeigt noch den dekorativen Stil der Kunst um 1900, den der junge Student nach der Ausbildung zum Dekorationsmaler in Zwickau und nach dem Studium an der Kunstgewerbeschule in Dresden beherrschte. 1906 trat Pechstein der „Brücke“ bei. Gemeinsam entwickelten die Künstler aus dem direkten Naturerleben heraus den expressiven „Brücke“-Stil, der durch die französische Moderne und die Auseinandersetzung mit der außereuropäischen Kunst bestimmt wurde.

Das bereits 1925 erworbene Gemälde „Stilleben mit Fruch-
tschale“ aus dem Jahr 1912 ist Teil einer Werkgruppe der Jahre 1912/13, die eine neue Richtung in der Malerei Pechsteins aufzeigt, die durch kubistische Tendenzen beeinflusst war.

Das mit Blumen und Masken doppelseitig gefertigte Gemälde „Calla mit Kamerun-Graslandkopf“/verso: „Blumenstilleben mit Neu-Guinea-Maske“ wie auch das Gemälde „Im Kanu“ (beide 1917) sind erst nach seinem Aufenthalt in der Südsee im Jahr 1914 entstanden.

Raum IV – Die Kunst der Gegenwart

Die Max-Pechstein-Preisträger und in Zwickau geborene Künstler der Gegenwart sind in diesem Raum zu sehen, wie die in Leipzig lebenden Maler der mittleren und älteren Gene-
ration Rosa Loy sowie Wolfram und Hartwig Ebersbach. Die Vertreter der sogenannten „Leipziger Schule“ verdeutlichen hier, wie verschieden die seit einiger Zeit wieder unter die-
sem Etikett firmierende Leipziger Malerei doch sein kann.

Seit 1947 vergibt die Stadt Zwickau den Kunstpreis "Max Pechstein", der durch die vielen, sehr wechselvollen Jahre verschiedene Modifikationen durchlief (Zwangspause von 1963 bis 1984). Heute ist mit der Vergabe des Max-Pech-
stein-Preises angestrebt, einerseits als Ehrenpreis Aner-
kennung für das Gesamtwerk eines Künstlers der Gegen-
wart zu schaffen und andererseits als Förderpreis die junge aktuelle Kunst innerhalb des deutschsprachigen Raumes zu unterstützen. Alfred Hrdlicka und Carlfriedrich Claus vertreten mit sehr gegensätzlichen Arbeiten die Kunst der Generation, die mit ihrem Werk auf zwei verschiedene Gesellschafts-
systeme reagiert.

Yana Milev und Tilo Schulz stehen beispielhaft für die junge, konzeptuelle Gegenwartskunst. Während Yana Milev in An-
sätzen sogar auf die Sprachblätter von Claus Bezug nimmt, beschäftigt sich Tilo Schulz mit Bildern und Symbolen der amerikanischen Kultur und ihren Einflüssen.